Berichte 2020


Juli 2020 - Die Freude war gross

Am 30. Juni war es endlich soweit und wir trafen uns nach einer Pause von über drei Monaten wieder einmal. Anlass war das traditionelle Chörlibrätle bei den Familien Bachmann und Freiburghaus in der Schliermatt in Belp. Die Freude war riesen gross, als wir uns wieder einmal austauschen konnten, war doch in den vergangenen Monaten vieles geschehen. Einer der Höhepunkte des Abends war das gemeinsame Singen. Für mich kann man diesen Moment durchaus als "Hühnerhaut-Moment" bezeichnen. Die Stimmung war gut und das Festen und Feiern dauerten bei manchen bis tief in die Nacht.

Bilder vom Anlass sind in der Fotogalerie auf dieser Website zu finden.

Unser Probebetrieb nehmen wir voraussichtlich am 1. September wieder auf. Wir freuen uns sehr auf das gemeinsame Singen und Jutzen.


Juli 2020 - HATAG

Bestimmt fragst du dich nun, was es mit dem gewählten Titel dieses Beitrags auf sich hat. Nein, es handelt sich dabei nicht um ein Gericht aus einem fernen Land. Es ist auch nichts aus der Tier- oder Pflanzenwelt damit gemeint. Diese fünf Buchstaben beschreiben Dinge, worauf ein Jodler achtet.

Das "H" steht für Haltung. Wichtig ist eine lockere, gerade Körperhaltung. Wir stellen uns dabei immer eine Marionette vor, die am Faden aufgerichtet ist. Die Kniekehlen sind nicht durchgestreckt und das Gewicht liegt primär auf den Fussballen.

Mit dem "A" ist die Atmung gemeint. Die Lunge ist ein passives Gewebe, welches mit einem Schwamm vergleichbar, stets seinen Brustraumanteil ausfüllt. Daraus folgt, dass jede Erweiterung des Brustraums Einatmung, jede Verkleinerung des Brustraums Ausatmung bedeutet. Diese in regelmässigem Rhythmus abwechselnde Erweiterung und Verkleinerung wird durch das Zwerchfell und die, die Rippen hebende und senkende Muskulatur, bewirkt.  Das Zwerchfell ist der Hauptatemmuskel. Als Grundlage für die Atmung beim Sprechen und Singen dient die natürliche Ruheatmung welche ein Mensch im Schlaf beherrscht. Im Wachzustand ist diese Ruheatmung jedoch oft gestört und der menschliche Körper beeinflusst das Ein- und Ausatmen.

Der Buchstabe "T" beschreibt die Tongebung unserer Lieder. Beim Singen sollten wir immer eine leichte Gähnstellung mit dem Mund haben. So können die Töne gut entfliehen und es gibt daraus eine schöne Tonfarbe. Die Zunge ist beim Singen immer vorne in der Nähe der unteren Zähne, so dass unsere Aussprache gut und verständlich klingt.

Das zweite "A" beschreibt die Aussprache. Wir möchten, dass unser Publikum die Texte versteht. Erst wenn für uns eine Aussprache übertrieben klingt, ist diese gut verständlich. Die Vokale a, e, i, o und u erfordern alle eine eigene Mundstellung, sodass diese schön und verständlich klingen.

Der letzte der fünf Buchstaben steht für Gehör. Das Gehör ist in einem Chor ein sehr wichtiges Element. Erst wenn wir alle aufeinander hören, entsteht ein miteinander beim Singen. Das wichtigste Organ eines Sängers sind seine Ohren.

Diese beschriebenen fünf Buchstaben zeigen auf, worauf ein Sänger achten muss, damit ein schöner, warmer Chorklang entsteht. Vieles kann mit gezielten Übungen wie beispielsweise Atemübungen trainiert werden.

Falls du nun Lust hast, das Jodeln und auch HATAG mal auszuprobieren, dann melde dich bei einem Chormitglied und komm an eine unserer nächsten Proben.


Juni 2020 - Entstehung des Jodels

Unsere Aktivitäten finden aufgrund Covid19 ja nicht statt. Damit ich trotzdem etwas zu berichten habe, habe ich eine Reise in die Vergangenheit gemacht. Ich habe mir die Frage gestellt, woher das Jodeln eigentlich kommt. In Kursunterlagen, die ich einmal für einen Jodlerkurs gebraucht habe, finde ich die folgende Beschreibung.

Als die Welt noch nicht mit Telefon, Handy, Computer etc. ausgerüstet war, trennten Täler, "Chrächen", Wälder und Tobel die Wohn- und Arbeitsplätze der Berg- und Alpenregion. Stundenlanges Wandern wäre oft nötig gewesen um zusammen zu kommunizieren. So verständigte man sich ganz einfach mit einem Jutzer. So ist der Jodel in den Bergen durch Zurufe des einen Menschen zum anderen entstanden. In Freud und Gefahr ertönte der Juchzer der Älpler. Das Echo und das Alphorn mögen dabei auch eine Rolle gespielt haben. Mit der Entstehung des Jodels sind also Liebe, "Längiziti", Zurufe etc. unauslöslich verbunden worden. Es war für die Älplerinnen und Älpler eine Befreiung und Mitteilung grosser innerer Erregung, welche auf keine andere Art so gut möglich gewesen wäre. Daher versteht man, dass ihnen ihr Jodel, der aus dem Innersten heraus entsteht, heilig ist.

Je nach Gegend und dem Volkscharakter ertönt es mal freimütig oder übermütig schnell, oder traurig und schwermütig langsam. Der melodische Ruf wurde zum Morgen-, Tages- und Abendgruss.

Mit dieser Beschreibung kann ich für mich selber auch in der heutigen Zeit noch sehr viel anfangen. Viele Texte von Jodelliedern handeln vom Albaufzug, dem Älplerleben oder der Natur ganz allgemein. Wenn wir als Chor zusammenstehen und ein Lied oder ein Naturjutz gemeinsam anstimmen, dann geht dies oft ans Herz und wir können mit unseren Stimmen sehr viel Freude verbreiten. Aber auch melancholische Melodien und Texte haben im heutigen Liedgut noch immer einen Platz. So besingen wir im Lied "Es treichelet heizue" die Alpabfahrt und das Gefühl des Abschiednehmens. Ich kann mir also gut vorstellen, dass unser Brauchtum ursprünglich in den Alpen entstanden ist. Schön, dass es diese Tradition bis zu uns ins Flachland geschafft hat und bis heute bestehen kann. Wir alle können dazu beitragen, der Jodelgesang gemeinsam aufrecht zu erhalten.


März 2020 - Mit unserem Gesang Freude verbreiten

Der erste Sonntag im März ist traditionellerweise für den Tag der Kranken reserviert. Auch in diesem Jahr durften wir im Altersheim und auf der Langzeitpflegeabteilung im Spital Belp Freude verbreiten. Es ist für uns immer wieder schön zu sehen, wie die Bewohnerinnen und Bewohner sich freuen und etwas ganz Eigenes aus unseren Liedern mitnehmen können. Für manche können wir einen Sonnenstrahl in das teilweise doch triste Leben bringen, für andere ist es eine gute Gelegenheit um unseren Texten zu lauschen und sich an Vergangenes zu erinnern und für die letzten ist es eine Möglichkeit alten Freunden wieder mal "hallo" zu sagen.


Februar 2020 - Herzliche Gratulation

Am 15. Februar fand die Veteranenehrung des Bernisch Kantonalen Jodlerverbandes in Thun statt. Unser langjähriges Mitglied, Theodor Schneider, wurde für 50-Jahre-Mitgliedschaft zum Ehrenveteran geehrt - wir gratulieren dir Theo ganz herzlich.

In den letzten 50 Jahren hat Theo viele Ämtli in unserem Verein übernommen. So stand er beispielsweise von 1977 bis 1990 dem Jodlerchörli als Präsident vor und wurde für diese Tätigkeit zum Ehrenpräsident ernannt. Ein weiterer Höhepunkt in der Karriere von Theo ist das Amt als OK-Präsident für das Gürbetaler Jodlertreffen und das 50-Jahr-Jubiläum des Chörlis im 2017. Viele weitere OK-Tätigkeiten gehören ebenfalls zu den Leistungen von Theo.

Wir bedanken uns für das aktive Mitmachen und die letzten 50 Jahre.


Januar 2020 - Unsere Hauptversammlung

Am 28. Januar fand unsere Hauptversammlung statt. Mit dem Lied "Mis Edelwyss", unserem Wettlied fürs Jodlerfest Brienz 2019, wurde die HV eröffnet. Im Jahresbericht des Präsidenten blickte Fritz Tschirren auf unser bewegtes 2019 zurück. Wir mussten in diesem Jahr von zwei Mitgliedern Abschied nehmen. In einem Trauermoment gedenken wir Werner Ammann und Klaus Wälti.

Aber nicht nur traurige Momente prägten das vergangene Vereinsjahr. Ein Höhepunkt war das kantonale Jodlerfest in Brienz. Mit unserem Wettlied durften wir die Note 2 und viele Erinnerungen nach Hause nehmen.

An der diesjährigen HV durften wir Erich Spori ins Probejahr bei uns aufnehmen - herzlich willkommen Erich. Aber auch zwei Austritte haben wir zu verzeichnen. Dies von Margreth Cotting und Heinz Schnyder. Beim Traktandum Ehrungen durfte unser langjähriger Sekretär und Sängerkamerad Samuel Bachmann die Ehrenmitgliedschaft entgegen nehmen - herzliche Gratulation Sämu.

Unsere Gäste vom Turnverein und der Männerriege überbrachten die besten Wünsche fürs 2020. Die Vertreterin der Frauenriege musste sich kurzfristig entschuldigen.

Der Präsident streift bereits im Jahresbericht die Situation der Stimmverteilung im Chörli. Zwei Mitglieder haben uns für immer verlassen und weitere Austritte haben wir ebenfalls zu verzeichnen. Gerade im 1. Tenor, aber auch in anderen Stimmen, wird die Besetzung knapp und neue Mitglieder sind gefragt. Die Lücken in unseren Reihen werden grösser und unsere Stimmen älter. Also: Bei Interesse dürfen sich Personen gerne bei unserem Präsidenten, Fritz Tschirren, oder bei einem Chörlimitglied melden - wir freuen uns auf Zuwachs!

Mit dem Lied "D'Lüt im Dorf" schlossen wir unsere HV. Anschliessend genossen wir das traditionelle Ärbsmuess mit Gnagi.